Neues vom Kriminalsofa (71)

Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Der treue Roy

Stadt: Weimar

ErmittlerInnen: Dorn & Lessing

Austrahlungsdatum: 24. April 2016

tl;dr

Ninia: Ein Nicht-Toter, viel Klamauk und gute SchauspielerInnen.

Lisa: Kein Lotto-Gewinn, ein lebender Tote und die unsterbliche Liebe.

Überraschungsmoment

Ninia: Der unsterbliche Roy – auch mit Kugel im Kopf noch lebensfähig.

Lisa: Zuerst als “Roy lebt” neben dem toten Flamingo auf dem Boden geschmiert wurde – und er tatsächlich mit einer Kugel im Kopf aus dem Bach wiederaufersteht.

Ninia: Wobei mir von Anfang klar war, dass der Tote nicht Roy gewesen sein kann. Florian Lukas ist nicht einfach so dabei.

Lisa: Ja, einfach hätte das nicht ausgehen können, aber für mich war er der Tote.

Das hat gefehlt

Ninia: Ein bisschen Logik und eine Einrichtung jenseits der 60er für die Wohnung der Weischlitzs.

Lisa: Hat er das bisschen Lotto-Gewinn am Ende eigentlich noch abgeholt?

Ninia: Sonst wär’s schade drum!

Das war zu viel

Ninia: Klamauk. Ich mag alberne Details. Details! Keine ganzen albernen Fälle. Wir haben schon Münster, das immer übertreibt. Das war mir heute an einigen Stellen echt zu viel.

Lisa: Ja, irgendwann konnte man die ganze Story gar nicht mehr ernst nehmen, auch wenn das absichtlich war. Aber definitiv zu viel.

Lieblingsdialog

Ninia: “Von allen Bekloppten, die jemals in meinen Wohnwagen gekommen sind, bist du das Maskottchen.” “Sprich bitte wieder Englisch.”

Lisa: Ich bin ja ein großer Fan von Nora Tschirner und Christian Ulmen – auch wenn nicht unbedingt als Tatort-Ermittler-Pärchen – daher finde ich ja sämtliche Ironie der Beiden super. Also jeglicher Dialog von und zwischen Dorn und Lessing.

Lieblingsszene

Lisa: Als Dorn wie so eine Ost-Barbie aus dem Schönheitssalon geschwebt kam und Lessing für mehr Natürlichkeit plädiert.

Ninia: Als Dorn und Lessing der Schwester erklären, dass Weischlitz tot ist. Beste Schauspielkunst von Fritzi Haberlandt.

Fehler

Ninia: Die von dir, Lisa, schon angesprochene Schmiererei auf dem Boden – “Roy lebt!”. Wie hat er das denn gemacht??

Lisa: Mit seinen Fingern? Keine Ahnung. In der Einstiegsszene hat man doch von der Überwachungskamera auf Roy geguckt, wie er vor diesem Stahlofen steht. Warum hat man zu den Bändern nichts mehr gesagt und gesehen wie er nicht gestorben ist?

Ninia: Der Täter hatte, glaube ich, eine Maske auf. Und irgendwie ist ja jemand “gestorben”, der Schlitzer. Konnte man auf den Bändern wahrscheinlich nicht richtig sehen.

Lisa: Wie haben die den “Schlitzer” eigentlich doch so schnell ausfindig machen können?

Ninia: Und wieso hieß er Peter Schmidt?

Top-Tweet

Ninia:

Lisa:

Bechdel-Test

Ninia: Leider durchgefallen. Es reicht halt nicht, einfach nur eine weibliche Ermittlerin am Start zu haben.

Lisa: I agree.

Das habe ich gelernt

Ninia: Als PolizistInnen-Paar ruft man einfach die Mama an, auch mitten in der Nacht, die kümmert sich dann ums Kind. 24 Stunden.

Lisa: Gute Frage. Nichts?

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Weniger künstliches Licht. Weniger Klamauk, zumindest ein bisschen weniger. Wieder so eine Top-Besetzung.

Lisa: Weniger Rückblenden. Und ja, weniger Klamauk. Und ein bisschen mehr schönes Weimar.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Was ich gut fand: Kameraeinstellungen und die meisten Dialoge. Da war auf jeden Fall Potenzial.

Lisa: Wieso haben die Kosmetikerinnen Dorn eigentlich noch “aufgebrezelt”, nachdem sie ihre wahre Identität herausgefunden und somit gehasst haben?

Ninia: Wahrscheinlich deswegen.

Lisa: Ich glaube, die fanden sie so aber hübsch am Ende haha

Gesamtnote

Ninia: Ich gebe eine solide 3. Die Story war, zumindest für mich, zu drüber. Ich weiß, das soll lustig sein und Kunst und so, aber das ist nichts für mich. Ich mag die harten Fälle. Gruselig, düster, Tote, Psychozeugs. Trotzdem gab’s einige ganze nette Dinge. Ich brauche Weimar aber nicht jede Woche.

Lisa: Ich würde sogar eine 3- geben. Fand den Tatort echt nicht gut. Das war mir wirklich zu viel Unsinn des Guten, trotz Tschirner und Ulmen. Und die Mörder-Story wurde ziemlich schnell Nebensache.

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Les Flaneurs Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. 25. April 2016
    Antworten

    Am ganz wunderbarsten fand ich Dorns Autoschlüsselaktion und: „Meinen Mann kriegste nicht!“. True love!

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