Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.
Die harten Fakten:
Titel: Die letzte Wiesn
Stadt: München
ErmittlerInnen: Leitmayr und Batic
Austrahlungsdatum: 20. September 2015
tl;dr
Ninia: Warum Sie niemals auf das Oktoberfest fahren sollten.
Johanna: München. Mord. Oktoberfest.
Überraschungsmoment
Ninia: Als die Schwedin sich vor Leitmayr erschrocken hat. Obwohl ich wusste, was passiert, hab ich mich erschrocken.
Johanna: Als die Kellnerin im Festzelt sexuell belästigt wurde. Oh wait – nein.
Das hat gefehlt
Ninia: Über Realitätsfremde kann ich mich dieses Mal zumindest nicht beschweren.
Johanna: Haha. Das war ein Volksfest der Grausamkeiten, ich konnte nicht eine Sekunde daran denken, was da noch mehr hätte sein können.
Das war zu viel
Johanna: Die Vergewaltigungsszene mit dem blondgelockten aus dem Bierzelt und den zwei Security-Schränken. Puh. Diese ganze Nebengeschichte war sowieso sehr wirr, ich hab wahrscheinlich die Hälfte nicht mitbekommen.
Ninia: Ja, das war irgendwie ein bisschen sehr konstruiert, um uns auf die falsche Fährte zu locken. Unnötig brutal.
Lieblingsdialog
Ninia: Der zwischen dem U-Bahn-Fahrer und der Taube.
Johanna: Als der Leitmayr oder der Batic (die beiden sehen für mich völlig gleich aus), dem jungen Assistenten was mit “Du wohnst ja noch bei deiner Mutter sagte” und der dann was von wegen “die ist ne ganz Fesche” sagte. Ich lachte kurz. Das war direkt nach der Szene, als Leitmayr in der Wanne schlief, die Schwedin Pipi machte, er dann “weitermachen” sagte und den Duschvorhang zuzog. Das waren die unterhaltsamsten 2 Minuten im ganzen Tatort.
Lieblingsszene
Johanna: Siehe oben.
Ninia: Alle mit dem neunmalklugen Jungen. Und dieses Metagedingse mit dem Tatort im Tatort fand ich auch ganz nett.
Johanna: Gab es das nicht schon mal? Ich glaube, das machen die extra für Twitter.
Ninia: Wahrscheinlich!
Fehler
Ninia: Vorm Festzelt stehen die Menschen normalerweise noch gedrängter.
Johanna: Frage mich, mit was die Schwedinnen die Wohnung gebucht haben. Airbnb kann es ja nicht gewesen sein, weil Barzahlung.
Ninia: Und das ist ja sowieso verboten in München. Uiuiui – dieser Polizist! Erst unterlassene Hilfeleistung und dann sowas.
Johanna: Und die Toskana war fake, ha! Das marinierte Schwein ja leider echt.
Ninia: 
Top-Tweet
Ninia:
„Immer des Gschiß mit der scheiß Wiesn“ wäre auf jeden Fall der bessere Titel gewesen #tatort
— insa. oh insa. (@inschka) 20. September 2015
Johanna:
Der #tatort heißt „Die letzte Wiesn“, und ich breche fast in Tränen aus, weil das so schön wäre.
— kaltmamsell (@kaltmamsell) September 20, 2015
Bechdel-Test
Johanna: Bin unsicher. Béchamel-Test auf jeden Fall nicht bestanden. (Sorry!)
The Béchamel Test: When two woman are on screen talking about lasagne.
— Dylan Egan (@dylanegan) September 20, 2015
Das habe ich gelernt
Ninia: Mein Entschluss nach 2006, meinem ersten Jahr auf der Wiesn, nie wieder dorthin zu fahren, war ein guter. (Ich war nicht EXTRA deswegen da, oh Gott, natürlich nicht.) Johanna: Wenn der Münchner Tatort auf dem Oktoberfest spielt, dann hasse ich das Oktoberfest auf jeden Fall noch mehr als das Münchner Tatort-Team.
Das wünsche ich mir beim nächsten Mal
Johanna: Ein Tatort ohne “Atemlos” von Helene Fischer. Ninia: Irgendwas muckeliges. Ohne Fahrgeschäfte.
Was ich auch noch loswerden wollte
Johanna: Ich hasse das Oktoberfest.
Schön wärs halt, wenn es tatsächlich so wäre, dass es das Oktoberfest nur in München gäbe… #Tatort
— David Redelberger (@davidfromkassel) September 20, 2015
Der heutige #tatort spielt übrigens in meiner ganz persönlichen Idee der Hölle.
— Krawalda Müller (@workinggrrrrl) September 20, 2015
Ninia: Malt euch mal wieder nur einen kleinen Punkt auf die Nägel. Das sieht auch gut aus.
Gesamtnote
Johanna: Ich war ziemlich viel damit beschäftigt, das Oktoberfest zu hassen. Mavie Hörbiger fand ich überraschenderweise echt gut, normalerweise eher nicht so, vielleicht hängt das aber auch mit Til Schweiger zusammen. Ohne Twitter wäre ich gestorben. Gebe eine 4.
Ninia: 3+. Für einen Münchner Tatort war’s nicht schlecht. Ich mag Mavie Hörbinger. Und die Kommissare waren auch ok. Nur diese Nebenrolle vom Oktoberfest war halt furchtbar. Aber gut für’s Twittern.


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