Neues vom Kriminalsofa (56)

tatortsofa

Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Niedere Instinkte

Stadt: Leipzig

ErmittlerInnen: Saalfeld & Keppler

Austrahlungsdatum: 26. April 2015

tl;dr

Ninia: Dosenbier, Masken und irgendwas mit Eifersucht.

Johanna: Ein verrücktes Masken-Kinderentführerpärchen mit Keller-Kinderparadies-Verlies, ein Hauch von Theater und Tukur und jede Menge gruseliger Quatsch.

Überraschungsmoment

Ninia: Die ersten 15 Minuten. Ich hatte wirklich Gefallen an dem Fall gefunden. Und dann kamen die letzten 75.

Johanna: Die Frau trug eine Perücke! Ach, nee, doch nicht. Am Anfang war es aber tatsächlich noch überraschend, weil jede Szene auf ihre eigene Art völlig irre war. Das wurde aber leider nicht wirklich zusammengeführt.

Das hat gefehlt

Ninia: Logik. Erklärungen für einige völlig überflüssige Szenen.

Johanna: Ermittelnde Kommissar_innen. Was haben die eigentlich die ganze Zeit gemacht?

Ninia: Angeschrien, geschlagen, beleidigt und dann, oh Wunder, wieder geküsst.

Das war zu viel

Ninia: Das ständige Zurschaustellen der angeblichen Attraktivität von Keppler. Bitte, ey.

Johanna: Und die Szene am Ende. Das völlig leidenschaftslose Rumgeküsse von Keppler und Saalfeld – wer sich nach sieben Jahren so küsst, der soll es bitte auch die nächsten sieben Jahre lassen.

Ninia: JA!

Lieblingsdialog

Ninia: Es waren einige nette Dialoge dabei. Ich mochte den Chef der beiden, als er sagte: “Sensation! Da stand also jemand und hat geniest.”

Johanna: Da waren echt Dialoge aus der Hölle dabei, deshalb waren meine Lieblingsdialoge eher zum Drüberlachen.

“Ich liebe dich” – “Lass mich in Ruhe” und “Sie muss hier sein!” – “Dann ist sie unsichtbar.”

Lieblingsszene

Ninia: Wie gesagt: die gesamten ersten 15 Minuten. Wirklich gut. Auch diese Anlehnungen an Tukur aus Wiesbaden.

Johanna: Ja, das war ganz nett, wenn auch etwas zu sehr bei Tukur abgeschaut – vor allem der Gelbstich.

Ninia: Leider fehlten dann aber auch die restlichen Zutaten.

Fehler

Ninia: Wieso, zur Hölle, geht Saalfeld in die Nachbarinnenwohnung? Ich hab es nicht verstanden. Es hatte auch nichts mit dem Fall zu tun. Die Hälfte der Zeit wurde darauf verschwendet, das Ende zwischen Saalfeld und Keppler vorzubereiten. Völlig öde.

Johanna: Auch das mit der Perücke habe ich nicht verstanden. Welchen Zusammenhang hatte das mit der Geschichte?

Ninia: Sie hat ja angeblich die Haare verloren, als sie versucht hat, das Mädchen zu retten. Aber, trotzdem alles völlig durch.

Top-Tweet

Ninia:

Johanna:

Bechdel-Test

Ninia: Bestanden, oder?

Johanna: Weiß nicht. Hat auf jeden Fall nichts zur Geschichte beigetragen.

Das habe ich gelernt

Johanna: Weniger ist manchmal mehr. (Leider wissen die Drehbuchschreiber_innen das nicht.)

Ninia: Es gibt wirklich noch Dinge, die mich um 20:15 Uhr gruseln können.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Hahaha.

Johanna: Sehr böse. Aber ganz ehrlich: Ich bin froh, dass das jetzt ein Ende hat. Und auf den nächsten Ost-Tatort aus Dresden freue ich mich sehr.

Ninia: Ich auch!

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Ernsthaft, Leute. Dieser verkrampfte Versuch der Inklusion mit dem gehörlosen Vater (und ich betone gerne nochmal: GEHÖRLOS, nicht taub) und dann noch die dummen Sprüche von Kebbler, das ist auch eher 90er. Brauchen wir nicht mehr.

Johanna: Taub ist auch ok, habe ich gelesen. Müsste ich aber noch mal nachrecherchieren. Nur taubstumm sollte man nicht sagen.

Ninia: Trotz allem: Diese Sprüche waren schon wieder völlig daneben.

Gesamtnote

Johanna: Zum Abschluss will ich mal nicht so sein. Ich gebe eine 5-.

Ninia: :D! Ich gebe tatsächlich eine 4+. Ich fand das schon recht abgefahren, dann aber wiederum völliger Blödsinn. Irgendwie nett. Aber auch nicht gut. Ist ja jetzt auch vorbei.

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