Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.
Die harten Fakten:
Titel: Der sanfte Tod
Stadt: Cloppenburg (Niedersachsen)
ErmittlerInnen: Lindholm
Austrahlungsdatum: 07. Dezember 2014
tl;dr
Ninia: Wurst, Heino Ferch und viel niedersächsische Ödnis.
Johanna: Verpackt in einer klamaukigen Schmonzette.
Überraschungsmoment
Ninia: Die Tochter kommt doch zurück und umarmt ihren Wurstvater. Schade.
Johanna: Das war der totale “Hä!?”-Moment bei mir. Völlig unverständlich.
Ninia: Ja, auchvöllig absurd, dass diese Szene überhaupt drin war. Nur, weil die Lindholm das einmal kurz erwähnt.
Johanna: Und mir einen kurzen Glücksmoment bescherte – wenigstens etwas, dachte ich.
Das hat gefehlt
Ninia: Spannung.
Johanna: Die Gewissheit, ob das jetzt alles ironisch ist oder nicht.
Das war zu viel
Ninia: Klischees, Wurst.
Johanna: Frank Sinatra, Wagner. Nicht zu vergessen die Szene mit dem Gespräch über Fleischkonsum, als die Tochter/Bekannte/wer auch immer diesen KZ-Spruch gebracht hat.
Lieblingsdialog
Ninia: “Wir spielen jetzt ‘Guter Cop, Böser Cop’. Sie sind der Böse.” “Nee, lieber nicht.”
Johanna: “Wollen Sie eine Wurst? Reinbeissen, wohlfühlen…” – “Danke, ich bin morgens eher joghurtmäßig drauf.” Überhaupt mochte ich die teilweise sehr abgehakten und emotionslosen Kommentare sehr. (Keine Ironie).
Lieblingsszene
Ninia: Die Wurstmutter. Die fand ich so schön kurios.
Johanna: Als die Kommissarin Bär zwei Minuten nach der Lindholm ins Wohnzimmer vom Landmann kam.
Ninia: Ach, überhaupt alle Szenen mit Frau Bär. Schön!
Fehler
Ninia: Diese ganzen Geschenke. Überhaupt dieses Gemauschel zwischen beruflich und privat. Das ist bei der Lindholm immer schwierig.
Johanna: Wobei der Landmann ja eigentlich überhaupt nicht ihr Typ ist, oder? Wenn ich da an den Journalisten zurück denke…
Ninia: Ja, das stimmt.
Top-Tweet
Johanna:
Die Bär verhört so, wie @ClausKleber twittert. #Tatort
— Tatort-Blog (@tatortblog) December 7, 2014
Ninia:
Die Drehbuchautoren hatten da doch irgendeine absurde Wette am Laufen. Anders kann ich mir das nicht erklären. #tatort
— Quarkkrokettchen (@anneschuessler) 7. Dezember 2014
Bechdel-Test
Ninia: Bestanden, oder?
Johanna: Ja! Das gibt einen fetten Pluspunkt. (Wie traurig)
Das habe ich gelernt
Ninia: Wurst ist wirklich so eklig, wie ich dachte. Und auch Heino Ferch wird immer älter.
Johanna: Ich mag die Lindholm irgendwie und ich weiß nicht warum. Sie hat bei mir einen Freifahrtsschein.
Das wünsche ich mir beim nächsten Mal
Ninia: Ach, was soll ich mir vom Hannover-Tatort noch wünschen. Ich hab die Hoffnung aufgegeben.
Johanna: Entweder keine Liebesgeschichte mehr oder mal eine richtige. Aber bitte ohne Wurst.
Was ich auch noch loswerden wollte
Ninia: Frau Bär ist gut. Die kann gerne öfter dabei sein.
Johanna: Eine zweite Bibi, herrlich! (Die Schauspielerin heißt übrigens Bibiana Beglau, wie passend)
Gesamtnote
Ninia: Frau Bär hat einiges gerettet (zwei Fangirls hat sie schon mal). Ansonsten fand ich’s eher öde und dahin plätschernd. Mit Heino hatte ich mir das spektakulärer vorgestellt. Die Szenen in der Mitarbeiterwohnsiedlung waren ganz schlimm. Und der Spruch mit dem “das Rad wurde in Deutschland gefertigt” auch. Die Auflösung völlig unüberraschend. Ich gebe eine 4+.
Johanna: Für Sexismus und Rassismus gibt es Abzüge. Es war teilweise sehr unterhaltsam, weil irgendwie klamaukig – ich befürchte aber, dass das nicht unbedingt immer so geplant war. Das bleibt eigentlich das größte Rätsel nach diesem Tatort. Es waren auch einige technisch gut gemachte Szenen dabei, wie zum Beispiel das Verhör von Landmann & Konsorten nach dem Zwischenfall mit Martin. Aber alles sehr willkürlich. Glatte 4.





