Foto: Succession Marcel Duchamp / ADAGP, Paris 2014

Bei Duchamp trägt die Mona Lisa Bart – noch bis zum 5. Januar im Pariser Centre Pompidou. (© Succession Marcel Duchamp / ADAGP, Paris 2014)

Sie drängen und recken sich, treten auf Füße und riechen nach Schweiß. Ihre Waffe ist die Kamera, mit der sie jede Kostbarkeit einzufangen suchen, ein beinahe unmögliches Unterfangen bei dem Gewimmel. Ich schimpfe auf sie und bin eine von ihnen. Auch wenn ich versuche, mich geschickter durch das Gewusel zu manövrieren, weniger auf Füße zu treten und schon gar nicht nach Schweiß zu riechen, trotz Hitze und Hektik. Die Masse der Touristen bleibt vor einem Rad stehen, ein gewöhnliches Fahrrad-Rad, das auf einem Küchenschemel montiert ist. Das sieht nicht spektakulär aus, ist es aber. Marcel Duchamp bastelte sich 1913 eine solche Konstruktion und erschuf sein erstes „Ready made“. Es sollte zu einem Symbol für die Rebellion gegen den Kunstmarkt werden, ebenso wie seine Verfremdung der Mona Lisa. Mit einem Bleistift fügte er der wohl berühmtesten Dame der Kunstgeschichte einen Bart hinzu. Der Titel „L.H.O.O.Q.“, ausgesprochen “elle a chaud au cul”, war für damalige Verhältnisse eine frivole Anspielung auf die sexuellen Begierden der Porträtierten. Während die Mona Lisa im Original von Leonardo da Vinci schon erschreckend klein wirkt, begnügte sich Duchamp in seiner ersten Version mit einer postkartengroßen Reproduktion des Bildes. Damit sind die beiden spannendsten Werke der Ausstellung „Marcel Duchamp. La peinture, même“, kuratiert von Cécile Debray, im Pariser Centre Pompidou auch schon beschrieben.

Wer wie ich, als pflichtbewusste Touristin, am Vortag im Musée d’Orsay die Großmeister des Impressionismus bewunderte, erfährt im Centre Pompidou plötzlich ein Déjà-vu nach dem anderen. Der Fokus der Ausstellung liegt auf den malerischen Experimenten Duchamps, bei denen er sich am Stil besagter Meister orientierte. Vom Impressionismus bis zum Kubismus dekliniert die Ausstellung die Stile durch, die Unterschiede zwischen Duchamps Werken und seinen Vorbildern verschwimmen. Die eng gehängte Ausstellung rast durch verschiedene Schaffensphasen und endet bevor es spannend wird. Zwar finden sich in einigen Zeichnungen karikaturartige, kritische Elemente wieder, die erwartete Distanz zur Ernsthaftigkeit der Kunst, die Provokation, fehlt jedoch. Die Ausstellung erzählt quasi die Vorgeschichte zu dem Marcel Duchamp, den wir erwarten. Das berühmte Pissoir verbleibt als Nebendarsteller, abgebildet auf einer mickrigen Fotografie.

Der Besuch des Centre Pompidou lohnt sich auch ohne Duchamp. Wer sich nicht an der großen Sammlung moderner Kunst erfreuen kann, findet immerhin ein Fotomotiv:

Der Ausblick aus der Glasröhre, die sich außen am Gebäude hinauf schlängelt, ist nur einer der Gründe, sich in Paris zu verlieben.

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Am schönsten ist Paris abseits aller Magnete touristischer Aufmerksamkeit. Es gilt, zu flanieren, durch einen der wundervollen Parks zu schlendern oder wie hier eine zauberhafte Einkaufspassage zu entdecken.

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Für Motivbesessene: Wer auf den Eiffelturm nicht verzichten möchte, spaziert am nördlichen Seine-Ufer entlang. Während auf der südlichen Seite der Blick durch Häuser verdeckt ist, lässt das Pariser Wahrzeichen sich so schon von Weitem bewundern.

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Die Strecken in Paris können für den geübtesten Flaneur zu lang sein. Daher steigen immer mehr Besucher auf die Leihfahrräder Velib’ um. Diese lassen sich bequem vor der Abreise buchen. Wichtig: Die passende App dazu installieren, denn wer sich in touristische Hochburgen vorwagt, bekommt Probleme sein Fahrrad wieder loszuwerden. Die App zeigt, wo sich noch freie Stellplätze finden lassen. Dann gibt es auch am Musée d’Orsay keine Probleme. Der ehemalige Bahnhof ist allein schon aus architektonischer Sicht einen Besuch wert. Das Bild zeigt den Blick aus einer der gigantischen Bahnhofsuhren. Unter 26 Jahren ist der Eintritt übrigens frei.

Mit dem Fahrrad lässt sich auch das Quartier Le Marais schnell erreichen. Die vielen kleinen Gassen, Boutiquen und Cafés sind traumhaft.

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Wer vom Schlendern und Staunen eine Pause braucht, kehrt bei Ladurée ein. Zeit für Tee und Zitronentarte.

Fotos: Katharina Röben

 

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