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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Mord ist die beste Medizin

Stadt: Münster

ErmittlerInnen: Thiel & Boerne

Austrahlungsdatum: 21. September 2014

tl;dr

Ninia: Schnaaaaarch…. oh, gutes Ende!

Johanna: Gepanschte Medikamente, Boerne als Hobby-Ermittler im Krankenhaus und Volksmusik.

Falk: Josef Ostendorf. Anna Bederke.

Überraschungsmoment

Ninia: Ich suche noch.

Falk: Ich hatte mich tatsächlich gefragt, ob Frau Dr. Süßmilch womöglich darauf verzichtet, das Glas mit den KO-Tropfen zu trinken. Überraschung: Sie trinkt es doch!

Johanna: Als Mia kurz vom Showdown den Rest des Getränks in die Flasche zurück gekippt hat.

Das hat gefehlt

Ninia: Die alten Gags. Münster bemüht sich redlich, aber sie sind seit langem nicht mehr so lustig wie früher.

Johanna: Ich mochte die sanfte Dosis Klamauk.

Falk: Ich wiederhole mich, aber: “Tatort” ist doch ein Krimi, oder? Gehört da nicht viellleicht Spannung dazu?

Das war zu viel

Ninia: Die Tanzerei von Bishudo.

Falk: Die nervtötende Zeugin. Dass ihr Schmierlappen-Vater was mit Nadeshda anfing. Dass sie dem Bösen am Ende eine Bratpfanne überzog. Ach, alles, was mit ihr zusammenhing.

Johanna: Er wird Bischudo geschrieben. Und Boerne wird auch Boerne geschrieben, nicht Börne. Was würde nur Boerne dazu sagen!

Ninia: Oh, ok! Und Falk: Ich mochte das Mädchen!

Johanna: Kaum taucht ein “klugscheißendes” Mädchen auf, meckern wieder alle und finden die doof. Immer.

Ninia: Genau.

Falk: Kaum taucht ein klugscheißendes Kind auf. Kind. Nicht Mädchen.

Ninia: Ich mag klugscheißerische Kinder. Die sollen ruhig ganz viel klugscheißen, damit manche Erwachsene mal merken, wie dumm sie sind.

Lieblingsdialog

Johanna: Der schöne Kalauer in den letzten Minuten. “Das war der Genitiv.” “Das war das Motiv”.

Ninia: Auch wenn es alle twitterten: “Nicht nur Proktologen kennen sich mit Arschlöchern aus.” Ich mag schlechte Wortwitze.

Falk: “Unumstößliche Sicherheit haben nur Taxifahrer, Heilpraktiker, schlechte Ärzte …” “Ist gut, jetzt, Boerne!” “… und meine Schwester Hanelore!”

Lieblingsszene

Ninia: Das Date von Nadeshda, bei dem beide telefonierten. Einzig realistische Szene.

Johanna: Die Dialoge von Boerne und seinen Bettnachbarn waren schon ganz nett. „Ich kann sie gerne behandeln, allerdings müsste ich sie vorher umbringen.“ Und als Klemm dann im Krankenhaus war und der Arzt – wie von ihr vorher vorhergesagt fragte – ob sie denn schon mal ihre Stimmbänder hat untersuchen lassen.

Falk: Wie gesagt: Die Szene, kurz bevor Süßmilch gemeuchelt wird, hatte was, so einen Tacken Suspence.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Ninia: Als das Mädchen am Ende die Tür geöffnet hat. Aber dann, juhu!

Johanna: Sollte ich jemals bei einem Münsteraner Tatort Gänsehaut bekommen, verteile ich nur noch Einsen.

Falk: Auf Johanna kann ich jetzt eigentlich nichts mehr sagen. Nur: Word.

Fehler

Ninia:

Johanna:

Falk: Ich halte es ja für einen großen Fehler, den Fernseher einzuschalten, wenn “Tatort” aus Münster kommt.

Top-Tweet

Ninia:

Johanna:

Falk:

Bechdel-Test

Ninia: Bestanden. Ich wünsche mir aber wieder mehr Nadeshda und Alberich.

Falk: Das zeigt aber nur mal wieder, dass der Bechdel-Test rein gar nichts über die Krimiqualität aussagt.

Ninia: Das hat ja auch nie jemand behauptet.

Johanna: Für die Aussagen über die Krimiqualität gibt es ja das Kriminalsofa, hehe.

Falk: Ich weiß. Wollte ich nur nochmal einwerfen.

Das habe ich gelernt

Ninia: Menschen trinken erst aus vergifteten Gläsern, wenn man ihnen keine dusseligen Fragen mehr stellt.

Falk: Ich dachte immer, Klinikärzte würden ökonomisch eher prekär leben. Die Wohnungseinrichtung von Frau Dr. Süßmilch sagte hingegen: Falk, hättste doch was Ordentliches gelernt!

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Irgendwas was von dem alten Charme. Wieder was mit Hinkebein, oder so.

Falk: Oh ja, Charme, überhaupt. Äh, aber nicht unbedingt “Hinkebein”-Charme, den fand ich auch schlimm.

Johanna: Mehr Anna Bederke.

Falk: Oh ja, Johanna.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Heimlich bin ich Boerne. Zumindest was die Freude über Mitmenschenkontakt und den Genetiv angeht.

Johanna: Das war einer der wenigen Münsteraner Tatorte, den ich nicht so richtig doof fand. Und: Die Besetzung war richtig gut. Tolle Frauen, auch Anna Böge fand ich gut.

Falk: Sobald in einem “Tatort” Studentinnen auftauchen, finanzieren die ihr Studium durch Liebesdienste. Und sobald in einem “Tatort” Ärzte auftauchen, greifen die privat in den Medikamentenschrank. Immer.

Gesamtnote

Falk: 5+. Grillt mich.

Ninia: Ich bin heute muffelig. Und ich fand den streckenweise (bis auf die letzten fünf Minuten) echt öde. 3 minus, minus, minus. Aber nur, weil ich aus Nöligkeit gerne noch schlechter gewertet hätte. Und Falk: Keine Angst, ich esse kein Fleisch. Auch nicht deins.

Johanna: Ich gebe eine 2-. Meine Mama hat viel gelacht.