
Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.
Die harten Fakten:
Titel: Der Wüstensohn
Stadt: München
ErmittlerInnen: Batic & Leitmayr
Austrahlungsdatum: 14. September 2014
tl;dr
Johanna: Alle Klischees über arabische Prinzen und Araber im Allgemeinen in 90 Minuten zusammengefasst und mit klischeehafter atmosphärischer Musik mit Trommeln und Gesang unterlegt.
Ninia: Beziehungstat? Rüstungsindustrie? Teppiche? Ochsenknecht? Drogenhandel? Weltfrieden? Alles einmal angefasst.
Überraschungsmoment
Johanna: Wilson Gonzales Ochsenknecht war nicht der Täter.
Ninia: Ja.
Das hat gefehlt
Johanna: Jimi Blue Ochsenknecht.
Ninia: Sinn. Konzentration auf einen Handlungsstrang.
Das war zu viel
Johanna: Klischee. Rassismus. Sprechen darüber, dass das Rassismus ist und dann trotzdem weiterhin rassistisch sein.
Ninia: Es war von allem zu viel. Ansonsten: Was du sagst!
Lieblingsdialog
Ninia: “Das sind jetzt aber sehr kleine Teppiche.” “Für deine Bibliothek reicht’s.”
Johanna: “Sie haben ja ein Kamel” – “Die anderen zwei sind gerade beim Besamen in Wien” – “Wien. Die Stadt der Liebe.“
Lieblingsszene
Ninia: Ich hatte keine.
Johanna: Wollen wir statt Lieblingsszene in dieser Woche eine “Hassszene” aussuchen?
Ninia: Oh, gern! Meine: Als Michaela verprügelt wurde. Und: Die herabsetzende Darstellung von Jenny.
Johanna: Als einer der beiden Kommissare (die sehen tatsächlich immer ähnlich aus, bald kann ich sie nicht mehr auseinanderhalten) den Hubschrauber des kleinen Jungen kaputtmacht. Schön war aber, wie wir beide gleichzeitig “Arschloch” getwittert haben. <3
Ninia: Das war Leitmayr. Aber mit der Ähnlichkeit hast du Recht. Und: <3.
Dabei habe ich Gänsehaut bekommen
Johanna: Als Michaela in ihrer Wohnung verprügelt wurde. Das war hart. Generell war aber auch das Verhalten von Batic & Leitmayr ihr gegenüber von Anfang an ziemlich arschig.
Ninia: Generell bei der Arroganz von den Kommissaren. Nervig.
Fehler
Ninia: Keine Ahnung. Wahrscheinlich viele. Vor allem, diesen Fall gedreht zu haben.
Johanna: Was Ninia sagt.
Top-Tweet
Johanna:
Tatmotiv: Er wollte Khalif anstelle des Khalifen werden. #Tatort
— _Sara_ (@_die_sara) September 14, 2014
Ninia:
Meine Mama wird bald 50. Vielleicht schenke ich ihr einen Panzer. #tatort
— Sabrina. (@goethalss) 14. September 2014
Bechdel-Test
Johanna: München wird den Bechdel-Test niemals bestehen.
Ninia: Niemals. Lieber werden zusammenhangslos Brüste gezeigt. Immer.
Das habe ich gelernt
Johanna: Für München gibt es keine Hoffnung.
Ninia:
Arabisch-sprechende Freundin sagt, Konsul und Prinz sprechen komplett unterschiedliches Arabisch. #Tatort, do your research.
— Fee (@funkyqueers) 14. September 2014
Das wünsche ich mir beim nächsten Mal
Johanna: Keine Klischees, gute Musik und eine gute Story. In der nächsten Woche ist aber leider Münster dran – das wird also nichts.
Ninia: Ich mag Münster ja manchmal. Also mal schauen. Beim nächsten Mal München: Mehr Frauenrollen, weniger Klischee und einen klassischen Fall. Kein Weltverbesserungsding.
Was ich auch noch loswerden wollte
Johanna: Das eine Lied war gut. Ein kurzer Lichtblick.
Tolles Lied gerade im #Tatort : „Aleb“, gesungen von der großartigen Yasmine Hamdan http://t.co/1x9aK57Rii
— FAZ Feuilleton (@FAZ_Feuilleton) September 14, 2014
Ninia: Das Lied fand ich auch gut. Außerdem habe ich heute von einem kleinen Supermädchen ein Armband geschenkt bekommen. Das versöhnt mich.
Gesamtnote
Johanna: 5-. Ich mag so überhaupt nichts am Münchner Tatort.
Ninia: Jo, sage auch 5. Schlimm, schlimmer, München. Zumindest diesmal.

Ein Kommentar
skFFM says:
Sep 15, 2014
Da habe ich gestern wohl nichts verpasst, aber die Musik klingt vielversprechend, da stößt man sogar auf eine Kollabo mit CocoRosie.