Vor fünf Jahren bin ich weggezogen, jetzt sitze ich wieder in meinem alten Lieblingscafé. Wäre er nicht aufgetaucht, ich hätte nicht einmal an ihn gedacht. Doch dann kommt er zur Tür herein. Der Mann geht, nein: er schlurft von Tisch zu Tisch, stellt sich schweigend vor die Gäste, schaut jedem einzelnen direkt in die Augen. Er nickt kaum merklich, bittet stumm um etwas Kleingeld. Einige wenige geben ihm etwas, einige lächeln ihn kurz an und schütteln den Kopf, die meisten ignorieren ihn. Es ist genau wie vor fünf Jahren, nur dass er noch ein bisschen magerer ist, noch ein bisschen fertiger. Komm schon, du Leben, hättest du ihm nicht etwas besser mitspielen können?
Ich versuche, mich blöd selbst zu trösten: Er ist noch da. Immerhin.





