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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Der Fall Reinhardt

Stadt: Köln

ErmittlerInnen: Ballauf und Schenk

Austrahlungsdatum: 23. März 2014

tl;dr

Johanna: Plätscher, Plätscher, Ben Becker, Plätscher, Plätscher, Frau will bei dramatischer Musik aus fahrendem Auto springen.

Ninia: Kriminalistische Handlungen, eingebettet in gute Musik.

Überraschungsmoment

Johanna: Als Ben Becker nach 45 Minuten dann doch noch im Tatort aufgetaucht ist. Hat ja keine_r mehr geglaubt. Und das Geständnis von Karen Reinhardt am Ende.

Ninia: Ja, halb habe ich mit gerechnet, halb hätte es auch jede_r andere sein können.

Das hat gefehlt

Ninia: Franziska. (Obwohl ich den Neuen auch ganz gut finde, bis jetzt.)

Johanna: Es mag hart klingen, aber ich habe Franziska keine Sekunde vermisst. Finde den Neuen echt gut – vielleicht darf er ja bleiben.

Ninia: Der hat bestimmt auch noch irgendeine geheimnisvolle Geschichte…

Johanna: “Geheimnisvoll” á la “Er ist schwul”?

Ninia: Nö, ich dachte eher an den Satz von Ballauf: “Deswegen der Innendienst.” Da kommt bestimmt noch mehr.

Das war zu viel

Ninia: Der verbrannte Kinderarm am Anfang.

Johanna: Zu viele langatmige Szenen zwischen den spannenden Momenten.

Lieblingsdialog

Ninia: “Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?!” – “Nein, das ist mein Beruf.”

Johanna: “Warum wollten sie sich aus dem Auto stürzen? – “Ich bin doch schon weg” (Traurigster und tiefsinnigster Lieblingsdialog)

Lieblingsszene

Ninia: Alle mit Ben Becker (ja, ich bin immer noch ein Fangirl).

Johanna: Die Szene am Friedhof, als Ben Becker das erste Mal auftauchte aber dann irgendwie doch nicht. Richtig gute Schnitte und Hintergrundmusik.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Ninia: Bei allen Ausrastern der Mutter. Und den komplett empathielosen Fragen der Kommissare.

Johanna: Susanne Wolff hat alle an die Wand gespielt. Gleich am Anfang habe ich richtig Gänsehaut bekommen, als sie mehrfach “Wo sind meine Kinder?” schreit. Mit der rauchigen Stimme, die nach Rauch in der Lunge klingt. Sehr gruselig.

Top-Tweet

Ninia:

Johanna:

Bechdel-Test

Johanna: Männliche Hauptfigur mit Ben Becker. Neuer männlicher Assistent statt Franziska. Zwei männliche Kommissare. Antwort ist klar, ne.

Ninia: Jupp.

Das habe ich gelernt

Ninia: Wenn es in einem Haus gebrannt hat, geht die Klingel immer noch. Zumindest in Köln.

Johanna: Der Hausmeister ist nicht immer der Täter.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Johanna: Wieder so gute Musik. Nick Cave, Ben Howard und dieses Cinematic Orchestra waren ganz toll und sehr passend.

Ninia: Ja, ich bin absolut begeistert und muss jetzt erstmal die Musiksammlung auffüllen.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Ich habe ziemlich Angst vor Feuer und träume regelmäßig davon, dass ich einen Wohnungsbrand erleben muss. Ich hasse Osterfeuer und den ganzen anderen Rumzündel-Quatsch. Das war teilweise heute echt gruselig für mich.

Johanna: Der Kapuzenmann von der Tankstelle war natürlich eine Steilvorlage für sämtliche Tweets, die den Tatort mit dem Hoodiejournalismus-Meme verbunden haben.

Gesamtnote

Johanna: NebendarstellerInnen top, Musik top, Story ok. Eine glatte 2.

Ninia: Ich fand den Tatort tatsächlich nicht schlecht. Er hatte seine Längen, aber die guten Szenen zwischendurch und die Story haben es meiner Meinung nach rausgerissen. Und Ben Becker und Susanne Wolff. Musik grandios. Ich gebe eine 2 minus.