
Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.
Die harten Fakten:
Titel: Todesspiel
Stadt: Konstanz
ErmittlerInnen: Blum & Perlmann
Austrahlungsdatum: 19. Januar 2014
tl;dr
Johanna: Schnarch.
Ninia: Schampus und Russisch Roulette.
Überraschungsmoment
Johanna: Fast wollte ich sagen, dieser Tatort lebte von seinen komischen Momenten (wie zum Beispiel die Szene mit der Fleckenschere). Aber dieser Tatort “lebte” ja nicht.
Ninia: Dass der Frankfurter Oberstaatsanwalt inzwischen als Streifenpolizist in Konstanz arbeitet.
Das hat gefehlt
Ninia: Irgendwas, das mir geholfen hätte, dran zu bleiben.
Johanna: Definitiv Spannung. Schampus und Revolver machen eben noch lange keine gute Story. Der Tatort hatte zwar seine komischen Momente (wieder die Fleckenschere), aber insgesamt war er nicht rund.
Das war zu viel
Johanna: Die V-Ausschnitte von Daniel Gabler (gespielt von Daniel Rösler) in seiner Rolle als ehemaliger Casting-Star mit schmieriger Dauerwelle und Hut. Für V-Ausschnitte möchte ich keine Gebühren zahlen.
Ninia:
Der Rollstuhlfahrer käme natürlich nie auf die Idee, sich umzuschauen und um Hilfe zu bitten. #Tatort
— Christiane Link (@Christiane) 19. Januar 2014
Und Stufen werden ja auch immer kleiner, wenn man nur oft genug dagegen fährt. Ach Mann, #Tatort. Die Intention war gut, aber…
— Christiane Link (@Christiane) 19. Januar 2014
Lieblingsdialog
Ninia: Ich überlege noch.
Johanna: Hatte ich mit dem Mann, als ich zwischendrinnen kurz laut auflachte und er mich fragte, was denn so witzig gewesen sei. Dabei war es vor lauter Verzweiflung.
Lieblingsszene
Johanna: Der Abspann.
Ninia: Hahahaha.
Fehler
Johanna: “Nimm den Akku aus deinem Handy” – Bei welchen Smartphones geht das denn? Und: Haben sie extra wegen dieses Satzes kein iPhone (wie sonst immer) verwendet?
Dabei habe ich Gänsehaut bekommen
Johanna: Mal wieder im negativen Sinne…
"…die ist nicht vergewaltigt worden, die ist kein opfertyp" – seriously, @Tatort? #tatort
— Johanna Emge (@bommeljogi) January 19, 2014
Top-Tweet
Johanna:
"Ist Ihnen etwas aufgefallen? War etwas anders als sonst?" – "Ja, der Herr Wolters liegt normalerweise nicht tot auf dem Boden." #tatort
— bosch (@bosch) January 19, 2014
Ninia:
Im Übrigen: nicht gleich ermorden, sondern irre Spielchen machen, damit die Polizei Zeit gewinnt. Verbrecher im Fernsehen, Immer. #tatort
— Matthias (@MatthiasBLN) 19. Januar 2014
Das habe ich gelernt
Ninia: Cliquen, die man von vornherein komisch findet, sollte man meiden. Immer. Sonst schlägt plötzlich jemand einen Spieleabend vor.
Johanna: Hedgefondsmanager mit zu viel Haargel sind nicht immer die Bösen.
Das wünsche ich mir beim nächsten Mal
Ninia: Eine bessere Story, keine komischen Verwandtschaftsverhältnisse mehr und überhaupt vielleicht etwas Logik.
Johanna: Ich möchte Klara Blum wieder mögen können. Also sollte sie beim nächsten Mal nicht so einen Bullshit in den Mund gelegt bekommen, sonst muss ich sie von meiner Lieblingskommissarinnenliste streichen.
Was ich auch noch loswerden wollte
Johanna: Ich weiß, wo Eva Mattes in Berlin wohnt. Für sie wurde angeblich sogar extra ein Aufzug in dem Haus gebaut. Dabei sei sie fast nie da. So. (Ist das schon üble Nachrede?)
Ninia: Ich habe Eva Mattes mal in einem Interview gesehen und fand sie sehr sympathisch. Das ändert nichts daran, dass dieser Tatort in die Top Ten der Langeweile einsteigt.
Gesamtnote
Johanna: Bosnische Kriegsopferklischees und Vergewaltigungsmythen. Der Rest langweilig und zäh. Ich gebe eine 5.
Ninia: Ich war ab und an abgelenkt, weil es kein Stück spannend war. Außerdem fielen dumme Sprüche (“die ist kein Opfertyp”) und die Szene mit dem Rollstuhlfahrer war schlimm. Ich gebe eine 4- (und setze Konstanz jetzt auch auf meine “Vorsicht!”-Liste).

