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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Der Eskimo

Stadt: Frankfurt

ErmittlerInnen: Frank Steier

Austrahlungsdatum: 05. Januar 2014

tl;dr

Ninia: Wenn Schülerliebe zu weit geht.

Falk: Und Alien-Genmaterial mit dem von US-Soldaten gekreuzt wird.

Johanna: Frankfurter Tatort ohne Apfelwein, dafür mit viel Schnaps und Kafka.

Überraschungsmoment

Ninia: Ach, Überraschungen gab’s in letzter Zeit kaum welche. Auch heute war die Story vorhersehbar. Trotzdem gut umgesetzt.

Falk: Man sollte wohl überrascht sein, dass der neue Freund von Steiers Ex die messerschwingende Joggerin ist. Das hatte die schöne, kluge Frau an meiner Seite aber schon eine halbe Stunde zuvor gemutmaßt.

Johanna: Alwara Höfels spielt eine “seriöse” und (halbwegs) ernstzunehmende Rolle, wow. Bisher habe ich sie immer in etwas dümmlichen Rollen gesehen, zum Beispiel bei Keinohrhasen (jaja, ich weiß) und als Klischee-Blondine beim Tatortreiniger.

Das hat gefehlt

Falk: Sage niemand Nina Kunzendorf.

Ninia: Nina Kunzendorf. Und ich hatte mir das VORHER so notiert. Ich mochte sie. Sehr.

Falk: Ich doch auch.

Johanna: Ich war ja gestern beim Hessischen Rundfunk und durfte dort im Experten-Chat mit Liane Jessen Fragen zum Tatort beantworten. Da wurde natürlich auch viel um Nina geweint. Was auch im Chat von Liane beantwortet wurde und ich sagen kann: Es wurde mit ihr sehr sehr schwierig gegen Ende und sie sollte wirklich nicht mehr Teil des Frankfurter Tatorts sein. Also Frankfurter Lokalpatriotin muss ich dann auch mal sagen: Wer uns net will, der hat uns net verdient.

Das war zu viel

Falk: Showdowns in leeren Flugzeughangars oder Industrieanlagen. Das kann man einfach nicht mehr originell filmen.

Ninia: Wieder dieses Heldengedingse. Arme, schwache Frau wird erst gefangen und muss dann vom heroischen Alkoholiker-Kommissar befreit werden. Lame.

Johanna: Metaebene. Es war echt schwierig, da alles mitzubekommen.

Lieblingsdialog

Falk: “Waren Sie beim Militär? ” “Ich? ICH?”

Ninia: “Salat.” “Ah, Salat, mit Thunfisch oder…?” “Nein, einfach nur Salat. Blätter.” “Machst du Diät?” “Nein, ich möchte einfach nur einen Salat.” #loriot

Johanna: “Hattest du da sexuelle Phantasien von mir?” – “Nein, ich hatte eher Angst”

Lieblingsszene

Ninia: Król tanzt.

Johanna: Defininitiv ein Highlight. Und da haben wir uns beim Leipziger Tatort noch gefragt, wann es jemals eine gute Tanzszene beim Tatort gegeben hat. Und: Als die Assistentin zu Steier sagt, er solle doch den Gemüsebürger essen, er dann ausrastet und sie ihn fragt, ob er sich denn nicht selbst ankotze.

Falk: Der letzte Blick von Steier, als man wirklich nicht sagen kann: Trinkt er den Grappa oder nicht?

Fehler

Ninia:

Falk: Schnee. Kein Schnee. Schnee.

Johanna: Das ist hier in Frankfurt so, Falk.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Falk: Bei der Befragung des dementen US-Generals.

Ninia: Bei der Szene im Militärgelände. Vor allem, als sie erkennt, dass er ihr Schüler war.

Johanna: Ich fand es schon gruselig, als er im Klassenzimmer mit den Handschuhen über die Holztische gefahren ist. Wer macht denn sowas? Der musste doch Dreck am Stecken haben.

Top-Tweet

Ninia:

Falk:

Johanna:

Das habe ich gelernt

Falk: Pathologen mag niemand, obwohl sie doch nur ihren Job machen. Fast wie Journalisten.

Ninia: Wegen dieser Leichen und so. Ich: Diese Fächer unter der Badewanne sind in Wirklichkeit dazu da, um dort Festplatten zu lagern. Ach so.

Johanna: Und: Manchmal sind Beschriftungen auf Festplatten mehr als nur Beschriftungen.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Falk: Ein Stückchen weniger Arschlochhaftigkeit von Steier. Das hat der doch eigentlich gar nicht nötig.

Ninia: Ich habe das heute schon irgendwo gelesen, finde es aber leider nicht wieder – endlich mal einen Mord, in der die Kommissar_innen nicht aus historischen, Familien- oder Ex-Gründen verwickelt sind.

Johanna: Auch wenn es sehr schön war: Nur einen Tatort an einem Abend.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Ich mache mir jetzt besser noch ein Bier auf. Geht ja weiter.

Falk: Ja. Ich hoffe, unsere Leser_innen honorieren, unter welchem Zeitdruck wir hier schreiben.

Johanna: Der Regisseur hat auch Alaska Johansson mit Alina Levshin gemacht. Und das war auch eine ziemlich verrückte Geschichte mit einer eher lahmen Auflösung. Und: Social TV ist neben Twitter eine tolle Ergänzung, wenn man Insiderwissen direkt von den Machern haben möchte. (Und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich Teil davon sein durfte und mit Chips und Rotwein bestochen wurde.)

Gesamtnote

Falk 2-3. Das geht besser, in Frankfurt. Aber eine Grundsympathie für diesen Standort ist bei mir einfach da, und außerdem: Auch ein wenig Psycho-Klischee vom Main ist immer noch besser als alles aus, sagen wir: Ludwigshafen.

Ninia: Ich schließe mich an: 2-3. Ich mag Król sehr gerne, aber die Story war heute zu lahm und vorhersehbar.

Johanna: Ich kann nicht anders, ich schließe mich an. Wie langweilig. Aber: Frankfurtbonus, Król – und zwischenzeitlich wurde sogar Hessisch gesprochen.

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