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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Die Wahrheit stirbt zuerst

Stadt: Leipzig

ErmittlerInnen: Saalfeld & Keppler

Austrahlungsdatum: 16. Juni 2013

Überraschungsmoment

Ninia: Meine eigene Erkenntnis, dass natürlich Katja Riemann die Täterin ist. Und dann stimmte das gar nicht.

Johanna: Ich dachte auch sehr lange, die Riemann sei die Täterin. Sie hat ja die ganze Zeit schwarz getragen, das hätte ja dieses ominöse Flies sein können, von dem sie da die ganze Zeit gesprochen haben. Der Stiefvater konnte das nicht gewesen sein – der spielt doch sonst immer Liebeskomödien auf Sat.1, oder nicht?

Falk: Der ganz tolle Knalleffekt am Schluss: Der Vater ist ja gar nicht der Mörder! Und, haha!, der Stiefvater auch nicht!

Das hat gefehlt

Ninia: Realität.

Falk: Leipzig. Hätte echt überall spielen können.

Johanna: Ihr habt alles gesagt. Von allem anderen war nämlich zu viel.

Das war zu viel

Ninia: Raketen und Trojaner. Immer dieses “Wir packen noch einen drauf”-Ding.

Johanna: Zu viel thomallascher Pathos zu Beginn. Die blutspendende Lebensretterin, die dann noch völlig atemlos mit viel Gehauche die Vernehmung im Krankenhaus machen will.

Falk: Musik.

Johanna. Die Betonung liegt hier auf gute Musik. Da wurden wir aber in der letzten Woche vielleicht einfach zu sehr verwöhnt.

Falk: Ich bin in der Hinsicht ziemlicher Purist. Aber ich steh’ ja auch auf Berliner-Schule-Filme, in denen praktisch gar keine Musik zu hören ist.

Lieblingsdialog

Ninia: So viele grandiose Quatsch-Dialoge. Aber der war am besten: “Er lebt noch. Ruf den Notarzt.” “Hier in der Pampa? Bis der hier ist.”

Johanna: Keppler zu Riemann: “…keine E-Mails und keine SMS und diesen ganzen pubertären Mist…”

Falk: “Er hat gesagt, das Asthmaspray sei leer gewesen. Das hier ist aber voll.” – “Jo. Ist ein Widerspruch.”

Ninia: Der war auch gut!

Lieblingsszene

Ninia: Thomalla und der Vater nebeneinander im Leichenwagen. Akut Blut übertragend. Sie: “Herr Albrecht! WAS IST GESTERN ABEND PASSIERT?” Kuriositäten en masse.

Falk: Ich habe ja einen leichten Crush auf Anne Ratte-Polle, daher: jede Szene, in der sie mitspielt.

Johanna: (googelt Anne Ratte-Polle). Fand sie relativ anstrengend, lag aber sicher in der Rolle. Von der schauspielerischen Leistung war sie top.

Falk: Tut nichts zur Sache, aber ab 1. August kommt “Halbschatten” ins Kino, und da ist sie in praktisch jeder Szene zu sehen. Ganz großartiger Film, übrigens.

Fehler

Ninia: Die Thomalla starb nach der Blutentnahme fast.

Falk: Nochmal zum Mitdenken: Vater und erstickende Tochter rasen aufs Firmengelände, Vater rennt in die Wohnung, um Asthmaspray zu holen. Tochter 1.) kommt wieder zu sich und geht in die Lagerhalle 2.) entdeckt dort was 3.) wird vom beobachtenden BKA-Mann umgebracht und wieder im Auto deponiert, und zwar bevor der Vater zurückkommt … Wie lange, bitteschön, suchte der das Spray?

Johanna: Das müssten wir jetzt nachstellen. Ein braver Leser hat das neulich auch gemacht und meinen “Fehler” geprüft. Wer meldet sich freiwillig?

Falk: Und dann ein Video von der Szene posten!

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Ninia: Ganz am Anfang, als die Mutter ihr Kind gesucht und gefunden hat.

Falk: Als der Vater sich die Pulsadern aufschneidet. Ich kann einfach kein Blut sehen.

Johanna: Gänsehaut ist ausgeblieben – aber nur, weil ich vorher schon bei Spon von der Szene am Anfang gelesen habe.

Top-Tweet

Johanna:

 

Ninia:

 

Falk:

 

Das habe ich gelernt

Ninia: Fliespullis können auch gefährlich sein.

Falk: Das Material heißt Fleece, Ninia. Ich habe gelernt: Resus b negativ geht immer.

Ninia: Dann halt “Fleece”. Ich trage den Kram nicht.

Falk: Und gleich noch was gelernt, hihi!

Ninia: Klugscheißer ;) .

Johanna: Oh nein, jetzt muss ich meine ganzen Tweets mit “Flies” löschen.

Ninia: Nein, musst du nicht. Ich hab auch welche davon.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Ich sage es nur noch einmal: Hört auf mit dem Beziehungsscheiß. Echt jetzt.

Falk: Einen Tatort, der nur dort spielen kann, wo er auch spielt.

Johanna: Katja Riemann trifft auf Maria Furtwängler.

Ninia: Mit einem Kinnhaken?

Johanna: Das hast du jetzt gesagt…

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: “Meine Frau hatte mal einen Liebhaber aus Buenos Aires.” Aha.

Falk: Ich kapiere grundsätzlich nicht, was der Pathologe dem Keppler eigentlich getan hat, so arschig wie er von dem behandelt wird.

Johanna: Das mit den Beruhigungstropfen (oder was für Tropfen auch immer das am Anfang) waren, die Thomalla der Mutter gegeben hat – geht gar nicht…

Gesamtnote

Ninia: 3 (Aber eine 1 für sämtlich völlig abgedrehte Dialoge.)

Johanna: Die Dialoge waren echt super, aber zwischenzeitlich hat es sich sehr gezogen. 3,5.

Falk: 4-. Damit ist das fast der beste Leipziger ever.

Ninia: Ich bewerte immer wesentlich besser oder schlechter als ihr Zwei… kurios. Ich werde das weiterhin beobachten. (Und vielleicht ein nicht-spannendes Drehbuch für ein arbeitsloses ErmittlerInnenteam drüber schreiben.)

Falk: Wir bilden bei Les Flâneurs eben ein extrem weites Meinungsspektrum ab. Wir sind voll die PluralistInnen.

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