Es ist soweit – nach Jahren der Abstinenz sind „Roche & Böhmermann“ wieder zurück! Pardon, Frau Roche nicht, dafür macht Böhmermanns Buddelkastenfreund Olli Schulz nun mit und wer weiß, ob sich diese beiden nicht auch zerstreiten. Wir hoffen es mal nicht und verfolgen auf unserem bequemen Sofa von nun an jede Folge „Schulz & Böhmermann“. Leider ist die vierte Folge vorerst die letzte – aber sobald es weitergeht sind wir dabei und zappen in der Zwischenzeit einfach weiter. Danke für’s Lesen!
Die Gäste: Autorin Kat Kaufmann, Musikerin Sophie Hunger, der syrische Flüchtling Gheiath Hobi und der stellvertretende „Bild“-Chefredakteur Nikolaus Blome
Ausstrahlungsdatum: 31.01.2016
Moderatorenlaune:
Enrico: Sie kommen langsam rein. Heute ziemlich entspannt und weniger Unterbrecher als sonst.
Michael: Sie kommen rein, wenn es vorbei ist, quasi? Na ja. Sehr tagesformabhängig, die beiden Herren. Ist aber auch okay, das macht diesen Talk ja gerade nahbarer als Robotershows mit Beckmann und Konsorten.
Gästelaune:
Enrico: Ich habe keinerlei Ahnung, mit welchem Hintergrund diese Runde eigentlich zusammengestellt wurde. Kat Kaufmann war super drauf, Nikolaus Blome zwar ganz schön aalglatt – hat aber auch schlaue Dinge gesagt, für Sophie Hunger war es das falsche Format und für Gheiath Hobi die falsche Runde.
Michael: Kat Kaufmann ging mir mit ihrem pseudoprovokanten Kreativkopfgeseier vollends auf die Nerven. Wie ein hibbeliger Teenager. Sie schreibt über junge Berliner, die auf der Suche nach dem Sinn sind? Wunderbar, eine weitere Autorin, die ich für den Rest meines Lebens ignorieren kann.
Alkohol- und Zigarettenverbrauch:
Enrico: Alkohol, Kippen, Sushi, Muscheln etc. – na endlich wird die GEZ mal für was Sinnvolles genutzt. Das erinnert mich an eine Beschwerdemail, die ich letztes Jahr an die „Hart aber fair“-Redaktion schrieb, nachdem dort nach der Aufnahme ein fettes Buffet für die Gäste und Gäste der Gäste aufgeführt wurde, während der von Mahnbriefen bedrohte Fast-GEZ-Zahler nur Salzstangen und Tonic Water (ohne Gin!) bekam. Ich wurde nicht ernst genommen. Aber ich gebe nicht auf!
Marcel: Ich hab letzte Woche von Katrin Bauerfeind gelernt, dass man gleichzeitig Nichtraucher und lässig sein kann. Jetzt bin ich seit zwei Tagen rauchfrei und mir fällt jede einzelne Zigarette auf. Geht mir das als zukünftiger Nichtraucher jetzt immer so?
Michael: Es gibt Licht am Ende des Tunnels, Marcel, und das wird nicht die lodernde Flamme eines Feuerzeuges sein.
Lieblingsgesprächsfetzen:
Enrico: Jan merkt selber, dass alle locker-flockig über den Tod sprechen – Marke: Donnerstagabend-Kneipengespräch – und wendet sich an Gheiath, der da eine viel lebensnahere Perspektive hat. Das war stark! Wollte schon was Negatives aufschreiben, da grätschte Böhmi endlich rein.
Marcel: „Zuhause ist da, wo man stirbt“ (Sophie Hunger)
Michael: „Wir reden hier aus unserer mitteleuropäischen Fun-Perspektive übers Sterben …“ – „Meine Heimat ist die Mumu meiner Mutter“ – „Der Flüchtling hat die Gabel geklaut!“
Hiervon gab’s zu viel:
Enrico: Zu viele Gänge und dadurch Gelaber um’s Essen und irgendwelche Gabeln etc.
Marcel: Oberlippenbart. (+1, Enrico)
Michael: Standardflüchtlingsdiskussion. Ehrlich, in der Konstellation habe ich mir nicht gedacht, dass quasi wie bei Anne Will mit einem „echten Flüchtling“ gesprochen wird. Hier hätte ich mir mehr Details gewünscht, mehr Fragen in die Tiefe. Was für ein Mensch Gheiath Hobi ist, davon konnte ich mir kein Bild machen.
Hiervon zu wenig:
Enrico: Zu wenig Kat Kaufmann. Genau die Richtige für dieses Format. Und Jan hat Recht – beim Bücher schreiben ist sie total verschenkt. Setzt sie fest mit an den Tisch!
Michael: Du spinnst wohl, Enrico! Weg mit der! Egal: Böhmermann und Schulz sind immer auffällig zahnlos dort, wo es wirklich kontrovers wird. Fiel mir heute auf. Kein Nachhaken bei der „Pegida“-Frage an Gheiath, letztes Mal die Kapitulation gegenüber Berufsopfer Samuel Koch. In der Pause bis zur nächsten Sendung bitte am Mut arbeiten, S. und B.
Überraschung des Abends:
Enrico: Sophie Hunger unterbricht Jan, als dieser rundherum fragt, wer schon Drogen genommen hat. Erst dachte ich: Schön, dass sie ihre Genervtheit offen zeigt, denn sie wurde recht oft unterbrochen von ihm. Letzten Endes hat sie der Beantwortung der Frage aber genauso neugierig gelauscht.
Marcel: Kat Kaufmann. Kannte sie vorher nicht und fand sie extrem charmant. Das Buch kauf ich bestimmt trotzdem nicht, aber dafür folge ihr ihr vielleicht auf Instagram.
Michael: Um mehr Bilder von ihr und ihrem unschärfe gefilterten Modelboyfriend sehen zu können, Marcel? Ich werde hier wieder zum grumpy old Man, aber warum wird dieses Gespräch zur Kaufmannhuldigungsrunde?! Kann nicht bitte ein einziger Mensch hier kommentieren, den sie auch genervt hat?
Was ich noch loswerden wollte
Enrico: Was ich mit falsche Runde für Gheiath Hobi weiter oben meinte ist, dass eine Runde nur aus Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern mehr Sinn und Gesprächsstoff geboten hätte, als dieses Flüchtlings-Gag-„Hahaha, Sophie Hunger ist aus der Schweiz geflüchtet, Kat Kaufmann aus Russland…“-Herumgeschiebe. Schade.
Michael: Warum geht es nicht direkt weiter? Mir hat jede Folge Spaß gemacht bisher. Und ich habe so viele Ideen für illustre Gesprächsrunden …
Gesamtnote
Enrico: Die Mischung war wieder nur durchschnittlich, dafür Jan und Olli weniger nervig. Ich hoffe es werden noch mehr Folgen gedreht, denn im Abspann zeigen sich beide immer ziemlich selbstreflektierend und ich denke sie wissen ganz genau, was sich wo verbessern ließe. 3
Marcel: Ja, finde ich auch. Beste Sendung, schön aufgeräumt. 2.
Michael: Schwächste Sendung, 3-, dennoch unterhaltsam. Jungs, kommt bald wieder, oder so? Vielleicht sollte ich jetzt auch mal mit diesem viel gelobten Podcast der beiden warm werden …


hier schreibt dir mal Kat Kaufmann, Michael.
Lieber lesen, dann urteilen. Klein denken, und anhand von zu kurz gedachten Meinungsbildungen unseren Negativismus herumsprühen können wir alle.
Such doch vielleicht etwas, worin du wirklich Erfüllendes tun kannst.